Keine kritische Bilanz sondern Abrechnung
Wenn jetzt in diesen Tagen in den deutschen Unis gestreikt und die Regierungsparteien wenigstens verbal aktiv werden, dann sollte man immer an die Ursachen dieser Bildungsmisere denken. Es hat nur wenig wert, dass die Bundesbildungsministerin Schawan, die vorweihnachtlichen Gefühle ausnutzend, ein paar mehr Euro für den Bildungsetat verspricht. Es hat nur wenig Nährwert, wenn sich die Presse jetzt solidarisch zeigt mit den streikenden Studenten. Ist die politische Demenz in Deutschland wirklich schon so weit fortgeschritten? Kennt nicht jeder die Bilder von streikenden Werksangehörigen vor pleitegegangenen Baufirmen oder international agierenden Heuschrecken-Handyherstellern? Nach dem medial inszenierten Proteststurm mit Gulaschkanone kommt doch verlässlich immer die Pleite. Und das wird auch hier so sein, wenn man nicht in aller Schärfe die Fehlstellungen dieser Bildungspolitik beschreibt. Die vollständige Ökonomisierung der Bildungspolitik zum Beispiel, deren Folge der unselige Bolognaprozess ist. Wer sich heute bei den Uni-Protesten darüber beschwert, dass jede Woche Tests geschrieben werden, für die man vorgekautes Wissen auswendig lernen muss, der sollte sich klar machen, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien genau das wollten. Kurze, effektive Studienzeiten und maßgeschneiderte Ausbildung für die Universitäten. Schnelles verwertbares Wissen ist wie Instantnahrung: Sie braucht keine Zeit und züchtet den Einheitsgeschmack. Einheitsgeschmack – Einheitsmensch: wer jahrzehntelang das komplett lebensfremde Postulat der Gleichheit herausposaunt hat, muss sich jetzt nicht über Massenunis im Klippschulformat wundern. Haben die sozialistischen Bildungsreformer nicht vom „Abitur für alle“ geschwärmt, und selbst bürgerliche Parteien beten diesen Quatsch jetzt nach? Jeder weiß doch inzwischen: Eine Hochschulreife ist längst keine Grundlage mehr für ein Studium. In der Schule konnte nicht vorbereitet werden auf das Studium, weil in den quasi-gesamtschulischen Gymnasien das Niveau notwendigerweise runtergeschraubt werden musste. Mit einem durchschnittlichen Abi-Abschluss kommt man an bestimmte Studiengänge erst gar nicht mehr ran. Und weil auch die Schule zur unkreativen Abfragmaschinerie verkommen ist, begünstigt sie Schüler, die besonders angepasst den vorgekauten Lernstoff wiedergeben können. Die kreativen Querköpfe werden bereits nach dem Abitur aussortiert, weil sie den entsprechenden Notendurchschnitt nicht aufweisen können. So bringt man sich um eine zukünftige Elite.
Man darf gespannt sein, ob sich die Studenten aus dieser linken Einheitssoße zu befreien vermögen.
Diese sollten keine kritischen Bilanzen der unsinnigen Reformen ziehen, sondern eine Abrechnung mit dem linken Zeitgeist vornehmen.
Familien erhalten
Wenn es nach den sozialistischen Menschheitsbeglückern ginge, dann könnte man Mütter gleich nach der Geburt wieder vom Kind trennen. Der betreute Mensch könnte gleich in eine Krippe gesteckt werden. Mit den Folgen beschäftigt man sich lieber nicht. In der Zeitschrift “Psychologie heute” (Nr. 10/2009) war zum Beispiel ein Interview mit dem renommierten US-amerikanischen Hirnforscher Allan Schore abgedruckt. Auf die Frage, was geschehe, wenn die frühkindliche Bindung Mutter-Kind gestört sei, antwortet er: “Gerade im ersten Lebensjahr entsteht im Gehirn die Myelinummantelung der Nervenfasern, einer Art Isolierschicht, die für die Weiterleitung der elektrischen Impulse an andere Nervenzellen sorgt. Und es findet auch jede Menge Synaptogenese statt, also die Bildung neuer Nervenzellen an einer Synapse. Wenn das Baby nun aber starken Stress erlebt, weil es oft Angst hat oder alleingelassen wird, schüttet das kindliche Hirn Stresshormone aus, die wiederum die Synaptogenese hemmen und die Nervenbahnen innerhalb des limbischen Systems verengen. Es sterben also viele Nervenzellen ab, obwohl sich das kindliche Gehirn gerade in rasantem Wachstum befindet. Die traumatischen Bindungserfahrungen werden dann regelrecht in die Schaltkreise des Gehirns ‘eingebrannt’. Und natürlich gehen diese Prägungen auch in das somatische und vegetative Nervensystem über. Das Kind verfügt also nur noch über eine rudimentäre Fähigkeit zur Stressregulation, die es nun lebenslang beibehalten wird. Und das ist keine gute Prognose, denn inzwischen wissen wir ja, dass gerade die unzureichende Regulationsfähigkeit von zwischenmenschlichem Stress kritisch für den Ausbruch psychischer Krankheiten sein kann.” Die DVU fordert deshalb: Kinder brauchen Bezugspersonen. Die Familie muss als kleinste Einheit unseres Volkes gegen alle Ideologien verteidigt werden.

